Annotation
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Marzelline:
Du arbeitest dich ja zu tod, lieber Vater
Leonore:
Sie hat recht, Meister Rocco
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Rocco:
Ja, ihr habt recht, diese schwere Arbiet würde mir doch endlich zu viel werden.
Der Gouverneur ist zwar sehr streng, er muß mir aberdocherlauben,dichindiegeheimenKerker mit mir zu nehmen.
Unterdessen gibt es ein Gewölbe, in das ich dich wohl nie werde führen dürfen.
Marzelline:
Vermutlich, wo der Gefangene sitzt, von dem du schon einigemal gesprochen hast, Vater?
Rocco:
Du hast’s erraten.
Leonore:
Ich glaube, es ist schon lange her, daß er gefangen ist?
Rocco:
Es ist schon über zwei Jahre.
Leonore:
Zwei Jahre, sagt Ihr? Er muß ein großer Verbrecher sein!
Rocco:
Oder er muß große Feinde haben, das kommt ungefähr auf eins heraus.
Nun, er wird mich nicht lange mehr lange mit ihm dauern.
Seit einem Monat schon muß ich auf Pizarros Befehl seine Portion kleiner machen.
Jetzt hat er binnen vierundzwanzig Stunden nicht mehr als zwei Unzen schwarzes Brot und eine Halbe maß Wasser;
kein licht mehr als den Schein einer Lampe, kein Stroh mehr, nichts!
Marzelline:
O lieber Vater, führe Fidelio ja nicht zu ihm! Diesen Anblick könnt er nicht ertragen!
Leonore:
Warum denn nicht? Ich habe Mut und Kraft!
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Rocco:
Gut, Söhnchen, gut,
hab’ immer Mut,
dann wird’s dir auch gelingen;
das Herz wird hart
durch Gegenwart
bei fürchterlichen Dingen.
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Relationships
| additional librettist: | Georg Friedrich Treitschke |
|---|---|
| translator: | Joseph Sonnleithner |
| part of: | Fidelio, op. 72: Akt I (order: 10) |
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